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Eine Medizinische Fachangestellte führt am Empfang ein Telefongespräch.

10. Juni 2026 • theracomplete

Warum viele Praxen ständig unterbrochen werden

Entdecke, warum viele Praxen ständig unterbrochen werden und wie du gezielt gegensteuern kannst. Reduziere Stress und verbessere deinen Praxisalltag!

Eine Medizinische Fachangestellte führt am Empfang ein Telefongespräch.

Ständige Unterbrechungen im Praxisbetrieb entstehen vor allem durch einen einzigen strukturellen Engpass: das Telefon. Hausarztpraxen erleben im Schnitt 60 bis 100 Telefonunterbrechungen pro Tag, und 68 % der Medizinischen Praxisassistentinnen und Praxisassistenten (MPAs) nennen das Telefon als ihre größte Belastungsquelle. Das bedeutet: Dein Team kämpft täglich gegen einen Strom von Anrufen, der planbare Arbeit blockiert, Konzentration zerstört und Stress erzeugt. Hinzu kommt der Fachkräftemangel, der die Situation weiter verschärft. Wer die Ursachen für Praxisunterbrechungen kennt, kann gezielt gegensteuern und den Praxisalltag spürbar entspannen.

Praxismitarbeiterin am Telefon mit gestresstem Gesichtsausdruck


Warum viele Praxen ständig unterbrochen werden: Die Hauptursachen

Das Telefon ist der größte Störfaktor im Praxisalltag, weil es sofortige Aufmerksamkeit erzwingt. Ein klingelndes Telefon erlaubt keinen Aufschub und unterbricht jede andere Tätigkeit, egal ob gerade ein Patient behandelt wird, eine Dokumentation läuft oder ein Gespräch mit einem Kollegen stattfindet. Kein anderer Kommunikationskanal in der Praxis hat diese Eigenschaft. E-Mails warten, Nachrichten können später gelesen werden. Das Telefon nicht.

Die Ursachen für Praxisunterbrechungen lassen sich in vier Hauptbereiche gliedern:

  • Hohe Anrufvolumen ohne ausreichend Personal: Viele Praxen erhalten täglich weit mehr Anrufe, als das vorhandene Team bewältigen kann. In Spitzenzeiten, etwa montags morgens oder nach Feiertagen, steigt das Volumen noch einmal deutlich an.
  • Fehlende digitale Alternativen: Nur 26 % der Patienten nutzen Online-Kalender, weil viele Praxen schlicht keine digitalen Buchungsoptionen anbieten. Patienten greifen dann zwangsläufig zum Telefon, auch für einfache Anfragen wie Terminverschiebungen oder Rezeptbestellungen.
  • Fachkräftemangel bei MPAs: 40 % der Praxen haben Schwierigkeiten, MPA-Stellen zu besetzen, mit einer durchschnittlichen Besetzungsdauer von drei bis sechs Monaten. Weniger Personal bedeutet, dass jeder Anruf auf weniger Schultern verteilt wird.
  • Keine klaren Kommunikationsregeln: Praxen ohne feste Telefonzeiten oder strukturierte Prozesse für eingehende Anfragen erleben Unterbrechungen rund um die Uhr, weil Patienten zu jeder Zeit anrufen und eine sofortige Reaktion erwarten.

Diese vier Faktoren verstärken sich gegenseitig. Wenig Personal plus hohes Anrufvolumen plus fehlende digitale Alternativen ergibt ein System, das dauerhaft unter Druck steht. Das Ergebnis sind nicht nur gestresste Mitarbeitende, sondern auch Patienten, die in der Warteschleife hängen oder gar nicht durchkommen.

Profi-Tipp: Führe eine Woche lang eine einfache Strichliste, wie viele Anrufe deine Praxis täglich erhält und zu welchen Uhrzeiten die meisten Anrufe eingehen. Diese Daten zeigen dir sofort, wo der größte Handlungsbedarf liegt.

Diagramm mit Anrufvolumen einer Praxis nach Tageszeit


Wie wirken sich ständige Unterbrechungen auf den Praxisbetrieb aus?

Ständige Unterbrechungen kosten nicht nur Zeit, sie kosten auch Patienten und Mitarbeitende. In Spitzenzeiten gehen über 50 % der Anrufe verloren, weil niemand abnimmt oder die Leitung besetzt ist. Jeder verlorene Anruf ist ein Patient, der möglicherweise zur nächsten Praxis wechselt oder einen dringenden Termin nicht bekommt.

Die Folgen lassen sich in drei Bereiche aufteilen: Stressbelastung des Teams, Einbußen bei der Patientenzufriedenheit und Verluste bei der Praxisauslastung.

„Das ständige Klingeln ist das Stressigste an meinem Job. Ich kann keine Aufgabe zu Ende bringen, ohne dreimal unterbrochen zu werden.“ So beschreiben viele MPAs ihren Arbeitsalltag, und diese Aussage spiegelt sich in den Zahlen wider.

MPAs berichten, dass ständiges Klingeln die größte Stressquelle im Arbeitsalltag ist und direkt zu Überlastung und Fluktuation führt. Wer dauerhaft unter diesem Druck arbeitet, sucht früher oder später eine andere Stelle. Das verschärft den Fachkräftemangel weiter und schließt den Kreis.

Auf der Patientenseite sieht es nicht besser aus. Die Jameda-Umfrage zeigt ein klares Bild:

Erfahrung der PatientenAnteil
Berichten von Warteschleifen bei Terminvereinbarung54 %
Erreichen kein besetztes Telefon45 %
Vereinbaren Termine noch telefonisch90 %
Möchten Termine lieber digital buchen52 %

Quelle: Jameda-Umfrage zur Terminvereinbarung

Diese Zahlen zeigen das eigentliche Problem: Fast alle Patienten telefonieren noch, aber mehr als die Hälfte würde lieber digital buchen. Die Nachfrage nach digitalen Alternativen ist vorhanden, das Angebot fehlt. Das ist eine direkte Ursache für unnötige Telefonunterbrechungen, die sich mit den richtigen Maßnahmen reduzieren lassen.

Längere Wartezeiten am Telefon wirken sich auch auf die Terminvergabe aus. Wer nicht durchkommt, verschiebt den Termin oder bucht gar nicht. Das führt zu Lücken im Terminkalender und gleichzeitig zu einem Stau an Anfragen, der sich am nächsten Morgen als Anrufwelle entlädt. Ein Teufelskreis, der sich ohne strukturelle Veränderungen nicht von selbst auflöst.

Patientin wartet frustriert am Telefon in einer Warteschleife


Telefon, E-Mail oder Online-Buchung: Was reduziert Unterbrechungen wirklich?

Der Vergleich der Kommunikationswege zeigt deutlich, welche Kanäle Unterbrechungen erzeugen und welche sie verhindern. Das Telefon ist der einzige Kanal, der sofortige Reaktion erzwingt. E-Mail und Online-Terminbuchung hingegen sind asynchron: Der Patient sendet seine Anfrage, das Team bearbeitet sie im eigenen Rhythmus.

KommunikationswegUnterbrechungspotenzialPlanbarkeitPatientenakzeptanz
TelefonSehr hochSehr geringSehr hoch (90 %)
E-MailGeringHochMittel
Online-TerminbuchungKeinesVollständigWächst (26 % Nutzung)
Telefonassistent (KI)GeringHochNeutral bis positiv

Die Lösung liegt nicht darin, das Telefon abzuschaffen. Viele Patienten, besonders ältere, bevorzugen den persönlichen Kontakt. Die Lösung liegt darin, den Anteil der Anrufe zu senken, die durch digitale Alternativen abgefangen werden könnten. Digitale Lösungen wie Online-Terminbuchung und Telefonassistenz können 60 bis 70 % der Routineanrufe automatisieren. Das bedeutet: Nur noch drei von zehn Anrufen müssen von einem Teammitglied persönlich bearbeitet werden.

Feste Telefonzeiten sind ein weiterer wirksamer Schritt. Telefonzeiten von 8 bis 10 Uhr und 14 bis 16 Uhr haben sich in der Praxis bewährt. Patienten gewöhnen sich schnell daran, wenn die Zeiten klar kommuniziert werden, zum Beispiel auf der Praxiswebseite, im Anrufbeantworter und in der Praxis selbst. Das Team kann außerhalb dieser Zeiten konzentriert arbeiten, ohne ständig unterbrochen zu werden.

Folgende Maßnahmen lassen sich direkt umsetzen, um Unterbrechungen durch den Kommunikationskanal zu reduzieren:

  • Online-Terminbuchung einrichten: Patienten buchen selbstständig, ohne anzurufen. Besonders für Routinetermine und Folgetermine ideal.
  • Anrufbeantworter mit klaren Informationen: Öffnungszeiten, Telefonzeiten und Hinweis auf Online-Buchung direkt im Ansagetext.
  • E-Mail für nicht dringende Anfragen: Rezeptbestellungen, Adressänderungen und ähnliche Anliegen können per E-Mail oder Kontaktformular gesendet werden.
  • Telefonassistenz oder Callcenter: Für Praxen mit sehr hohem Anrufvolumen übernimmt ein externer Dienst die Erstannahme und filtert dringende Anliegen heraus.

Profi-Tipp: Kommuniziere deine Telefonzeiten aktiv auf deiner Webseite, in Google Business Profile und im Wartezimmer. Patienten, die die Zeiten kennen, rufen gezielter an und reduzieren spontane Unterbrechungen außerhalb der Kernzeiten.

Vergleichsgrafik Kommunikationskanäle in der Praxis


Wie können Praxen Störungen wirksam reduzieren und effizienter werden?

Praxen, die Unterbrechungen dauerhaft reduzieren wollen, brauchen einen strukturierten Plan, keine Einzelmaßnahmen. Die folgenden Schritte bauen aufeinander auf und lassen sich schrittweise einführen, ohne den laufenden Betrieb zu belasten.


  1. Anrufarten analysieren: Bevor du Maßnahmen einführst, analysiere, welche Anruftypen am häufigsten eingehen. Terminanfragen, Rezeptbestellungen, allgemeine Fragen und dringende medizinische Anliegen haben unterschiedliche Lösungen. Die Messung von Abbruch- und Wiederwahlraten zeigt, wo Patienten aufgeben und welche Anliegen besonders häufig sind.



  2. Online-Terminbuchung einführen: Starte mit einem einfachen System, das Patienten rund um die Uhr Termine buchen lässt. Tools wie Doctolib, Samedi oder praxisspezifische Lösungen lassen sich in wenigen Tagen einrichten. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Online-Terminbuchung in Therapiepraxen hilft dir beim Einstieg.



  3. Feste Telefonzeiten einführen und kommunizieren: Lege zwei feste Zeitfenster pro Tag fest, in denen das Telefon aktiv besetzt ist. Kommuniziere diese Zeiten auf allen Kanälen, von der Webseite bis zum Anrufbeantworter.



  4. Routineprozesse automatisieren: Rezeptbestellungen, Erinnerungen an Termine und Rückmeldungen zu Befunden lassen sich automatisieren. Das spart täglich mehrere Stunden Telefonzeit und entlastet das Team spürbar. Mehr dazu zeigt der Artikel zu Stressreduktion durch digitale Lösungen.



  5. Fachkräftemangel aktiv angehen: Unterbrechungen entstehen auch, weil zu wenig Personal vorhanden ist. Wer gezielt in Recruiting investiert und die Praxis als attraktiven Arbeitgeber positioniert, reduziert die Überlastung des bestehenden Teams. Eine Work-Life-Balance in der Zahnarztpraxis zeigt, wie Gesundheitspraxen das Thema Mitarbeiterzufriedenheit angehen.



  6. Mitarbeitende einbeziehen: Jede Veränderung im Praxisablauf funktioniert besser, wenn das Team von Anfang an eingebunden ist. Frage deine MPAs, welche Anruftypen sie am meisten belasten, und entwickle gemeinsam Lösungen. Das stärkt die Bindung und verbessert die Umsetzungsqualität.


Die Kombination aus digitalen Tools, klaren Prozessen und ausreichend Personal ist der einzige Weg, Unterbrechungen dauerhaft zu senken. Einzelmaßnahmen helfen kurzfristig, aber nur ein systemischer Ansatz bringt nachhaltige Entlastung. Praxen, die Digitalisierung konsequent umsetzen, berichten von deutlich weniger Stress und besserer Patientenzufriedenheit.

Praxisteam bespricht gemeinsam digitale Lösungen am Tablet


Wichtigste Erkenntnisse

Ständige Unterbrechungen in Praxen entstehen durch das Telefon als strukturellen Engpass, verstärkt durch Fachkräftemangel und fehlende digitale Alternativen, und lassen sich durch gezielte Prozessoptimierung und Digitalisierung dauerhaft reduzieren.

PunktDetails
Telefon als Hauptstörfaktor60 bis 100 Anrufe täglich erzwingen sofortige Reaktion und blockieren alle anderen Tätigkeiten.
Fachkräftemangel verschärft die Lage40 % der Praxen besetzen MPA-Stellen erst nach drei bis sechs Monaten, was das Team dauerhaft überlastet.
Digitale Alternativen fehlenNur 26 % der Patienten nutzen Online-Buchung, obwohl mehr als die Hälfte es bevorzugen würde.
Automatisierung entlastet spürbarOnline-Terminbuchung und Telefonassistenz können 60 bis 70 % der Routineanrufe übernehmen.
Feste Telefonzeiten wirken sofortKlar kommunizierte Zeitfenster reduzieren spontane Unterbrechungen und geben dem Team Planungssicherheit.

Meine Einschätzung: Digitalisierung ist kein Luxus, sondern Notwendigkeit

Ich arbeite täglich mit Praxisinhabern und Therapeuten zusammen, und eines fällt mir immer wieder auf: Die meisten wissen genau, dass das Telefon ein Problem ist. Aber viele warten darauf, dass sich die Situation von selbst verbessert. Das passiert nicht.

Was mich wirklich überrascht hat, ist, wie schnell sich die Stimmung im Team ändert, sobald die ersten digitalen Prozesse laufen. Eine Praxis, die Online-Terminbuchung einführt und feste Telefonzeiten kommuniziert, erlebt oft schon in der ersten Woche eine spürbare Entspannung. Nicht weil das Telefon verstummt, sondern weil das Team endlich wieder planen kann.

Mein ehrlicher Rat: Fang klein an. Du musst nicht alles auf einmal digitalisieren. Ein einziges System für Online-Terminbuchung, konsequent kommuniziert, kann die Anrufzahl um ein Drittel senken. Das ist kein theoretischer Wert, das erleben Praxen regelmäßig in der Praxis.

Was ich außerdem gelernt habe: Mitarbeitende, die in Veränderungen einbezogen werden, tragen diese mit. Wer einfach ein neues Tool einführt, ohne das Team zu fragen, scheitert häufig an der Umsetzung. Wer fragt, erklärt und gemeinsam testet, gewinnt nicht nur Effizienz, sondern auch Vertrauen.

Die Balance zwischen gutem Patientenservice und einem funktionierenden Praxisablauf ist möglich. Sie erfordert aber den Mut, bestehende Gewohnheiten zu hinterfragen und Schritt für Schritt neue Wege zu gehen. Digitale Patientenansprache ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das dem gesamten Team zugutekommt. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zu digitaler Patientenansprache.

— Shirin


So unterstützt Theracomplete deine Praxis bei der Entlastung

Wenn du erkannt hast, dass ständige Unterbrechungen deinen Praxisalltag bremsen, ist der nächste Schritt konkret: Prozesse digitalisieren, Recruiting verbessern und das Team entlasten. Theracomplete bietet Therapiepraxen genau das. Von der Online-Terminbuchung für Therapiepraxen über digitale Automatisierungen im Alltag bis hin zur gezielten Mitarbeitergewinnung für Praxen begleitet Theracomplete dich Schritt für Schritt. Du musst nicht alles auf einmal angehen. Vereinbare ein kostenloses Erstgespräch und finde heraus, welche Maßnahme in deiner Praxis den größten Unterschied macht.


FAQ

Warum klingelt das Telefon in Praxen so oft?

Hausarztpraxen und Therapiepraxen erhalten im Schnitt 60 bis 100 Anrufe täglich, weil 90 % der Patienten Termine noch telefonisch vereinbaren und digitale Alternativen in vielen Praxen fehlen.

Wie viele Anrufe gehen in Praxen verloren?

In Spitzenzeiten gehen über 50 % der eingehenden Anrufe verloren, weil das Telefon besetzt ist oder niemand abnimmt. Jeder verlorene Anruf bedeutet einen Patienten, der möglicherweise nicht zurückruft.

Helfen feste Telefonzeiten wirklich gegen Unterbrechungen?

Ja. Feste Telefonzeiten, zum Beispiel von 8 bis 10 Uhr und 14 bis 16 Uhr, reduzieren spontane Unterbrechungen deutlich, weil Patienten lernen, wann sie erreichbar sind, und das Team außerhalb dieser Zeiten konzentriert arbeiten kann.

Wie viele Patienten würden Termine lieber online buchen?

Laut einer Jameda-Umfrage möchten 52 % der Patienten Termine lieber digital vereinbaren, aber nur 26 % nutzen aktuell Online-Kalender, weil viele Praxen keine entsprechenden Angebote bereitstellen.

Können digitale Tools den Fachkräftemangel in Praxen ausgleichen?

Digitale Lösungen wie Online-Terminbuchung und automatisierte Telefonassistenz können 60 bis 70 % der Routineanrufe übernehmen und entlasten das vorhandene Team erheblich. Sie ersetzen keine Mitarbeitenden, aber sie machen die vorhandenen Kapazitäten deutlich effizienter nutzbar.

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Erstellt von TheraComplete